Donnerstag, 17. Juli 2014

"Die Insel der besonderen Kinder" - Ransom Riggs

Dream Cover


Preis: € 16,99
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 416
Reihe: 1. Teil einer Reihe
Genre: Fantasy
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: November 2011
← ©Droemer Knaur
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Jacobs Großvater, Abraham Portman, hat seinem Enkel immer fantastische Geschichten aus seiner Kindheit erzählt: wie er als kleiner Junge vor Monstern flüchtete und auf einer paradiesischen Insel Zuflucht fand, wo er unter der Obhut eines großen Vogels gemeinsam mit vielen außergewöhnlichen Kindern wunderschöne Jahre verbrachte. Sogar Fotos hat er von den Kindern: ein schwebendes Mädchen, ein unsichtbarer Junge, Zwillinge mit übermenschlicher Stärke. Später verließ er dann die Insel, um die Monster, die ihn verfolgt hatten, zu jagen und zur Strecke zu bringen.

Als er älter wurde, hörte Jacob auf, die Geschichten seines Großvaters zu glauben, und er erfuhr die wahre Geschichte von Abrahams Kindheit: Sein Großvater wurde in Polen geboren und als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt, weshalb er auf eine Insel in Großbritannien flüchtete. Jacob vermutet, dass sein Großvater die Nationalsozialisten in seinen Geschichten als Monster darstellt, weil er sie so empfunden hat, und die anderen Kinder als besonders, da sie als Juden ja tatsächlich in gewisser Weise anders waren als andere Menschen.

Zu Beginn des Buches ist Jacob 15 und jobbt in einem SmartAid, einem Drugstore, der Teil einer Kette ist, die der Familie seiner Mutter gehört, und in der er später auch arbeiten soll. Darauf hat er eigentlich überhaupt keine Lust, weshalb er auch (vergeblich) versucht gefeuert zu werden. Abraham ist mittlerweile sehr alt und verwirrt, weshalb Jacobs Eltern überlegen, ihn in ein Pflegeheim zu bringen. Jacob, der sich als einziger in der Familie gut mit Abraham zu verstehen scheint, ist jedoch strikt dagegen.

Eines Nachmittags ruft Abraham Jacob bei der Arbeit an, behauptet von den Monstern verfolgt zu werden und verlangt den Schlüssel für seinen Waffenschrank. Als Jäger besitzt er sehr viele Waffen, doch seit er geistig verwirrt ist, hat sein Sohn diese weggeschlossen. Jacob behauptet, nicht zu wissen, wo der Schlüssel ist, fährt aber zur Sicherheit nach der Arbeit bei seinem Großvater vorbei, wo er das Haus verwüstet vorfindet.

Nach kurzer Suche findet er Abraham schwer verletzt im Wald, übel zugerichtet und aufgeschlitzt von einem Monster, dass Jacob kurz zwischen den Bäumen sieht. Ein Monster, das genauso aussieht, wie die, die Abraham in seinen Geschichten beschrieben hat: Augen, die in schwarzer Flüssigkeit schwimmen, und drei große Tentakel als Zungen.

Mit seinen letzten Worten entschuldigt Abraham sich, dass er Jacob etwas vorenthalten hat, und bittet ihn, den Vogel am anderen Ende der Schleife zu finden und „ihnen zu erzählen, was passiert ist“. Dann stirbt er.

Ricky, Jacobs bester Freund, der ihn zu Abraham begleitet hat, sieht das Monster nicht, weshalb Jacob bei den anschließenden Ermittlungen als verrückt dargestellt und zu einem Therapeuten namens Dr. Golan geschickt wird, der ihn in mühsamer Arbeit davon überzeugt, dass sein Großvater von wilden Tieren getötet wurde und er sich das Monster in diesem Schockmoment nur eingebildet hat. Trotzdem leidet Jacob unter Angststörungen und Albträumen.

In einem alten Buch mit Werken von Raphl Waldo Emerson, das seinem Großvater gehört hat, findet Jacob einen Brief von einer gewissen Miss Peregrin, die sich nach „Abe“ erkundigt und berichtet, dass ihn alle sehr vermissen würden. Abgeschickt wurde dieser Brief von einer kleinen britischen Insel namens Cairnholm. In der Hoffnung, dort etwas über seinen Großvater zu erfahren, überredet Jacob seine Eltern mit Dr. Golans Hilfe, die Insel gemeinsam mit seinem Vater, der dort Vögel beobachten will, zu besuchen.

An seinem ersten Tag dort findet er jedoch das Waisenhaus, in dem Abraham gelebt haben muss, verlassen und zerstört vor. Wie sich herausstellt, wurde es am 3. September 1940 von einer Bombe zerstört und alle Bewohner, bis auf Abraham, getötet.

Bei seinem zweiten Besuch findet Jacob jedoch ein Fotoalbum, in dem sich weitere Fotos nach der Art derer befinden, die Abraham ihm früher gezeigt hat. Er trifft in dem Haus auch auf mehrere Kinder, die ihn für Abraham halten, dann aber wegrennen, als sie ihren Irrtum bemerken.

Als Jacob eines der Kinder, ein Mädchen in seinem Alter, verfolgt und dabei durch ein altes Steingrab, in dem eine Moorleiche gefunden wurde, läuft, befindet er sich plötzlich im Jahr 1940, genauer gesagt am 3. September. Dort wird er von dem Mädchen, Emma, gefangengenommen und ins – nun wieder intakte – Waisenhaus zu Miss Peregrin gebracht, welche ihm einige Erklärungen liefert:

Sie erklärt,dass die Menschheit aus den „normalen“ Menschen, dem Coerlvolk, und den Menschen mit besonderen Fähigkeiten, den Syndrigasten, besteht. Sie selbst, sowie alle Kinder im Waisenhaus, gehören zu letzteren. Abrahams Geschichten, beispielsweise über das schwebende Mädchen, waren also nicht erfunden. Miss Peregrine bezeichnet sich als eine Ymbryne, eine Frau, die die Zeit manipulieren kann, wenn sie sich in einen Vogel verwandelt. Das Waisenhaus befindet sich in einer von ihr entwickelten Zeitschleife, die immer wieder den 3. September 1940 und Teile des 2. Septembers wiederholt. Weiter darf die Zeit nicht laufen, da die Kinder ja am Abend dieses Tages eigentlich alle gestorben sind. Durch das Grab des sogenannten „Alten Mannes“ (?), der Moorleiche von Cairnholm, gelangt man in die Zeitschleife und wieder hinaus. Wenn Jacob das Jahr 1940 wieder verlassen will, muss er nur durch das Grab klettern. In der Gegenwart ist die Zeit dann weitergelaufen. Damit sie funktioniert, muss die Zeitschleife auch regelmäßig benutzt werden, jedoch dürfen sich ihre Bewohner nicht zu lange außerhalb aufhalten, da sie sonst schlagartig um all die Jahre altern, die sie in der Zeitschleife verbracht haben, was bei den meisten über 70 sind. In den 80ern ist genau das einem Mädchen in Miss Peregrines Obhut, Charlotte, passiert.

Jacob erfährt auch, dass die Monster, die seinen Großvater getötet haben, Hollowgasts genannt werden und bei dem gescheiterten Experiment einiger Menschen und Ymbrynen entstanden, mithilfe der Zeitschleifen unsterblich zu werden. Hollows jagen die besonderen Menschen und ernähren sich vor allem von ihnen, teilweise aber auch von Tieren. Wenn sie genug besondere Menschen gegessen haben, werden sie zu den sogenannten Wights, die bis auf ihre fehlende Pupille menschlich aussehen und als Vermittler und Nahrungsbeschaffer für die Hollows arbeiten. Im Gegensatz zu den Hollows können sie auch durch Zeitschleifen gehen, was sonst nur besondere Menschen können.

Genau wie Jacob besaß auch sein Großvater die seltene Fähigkeit, die Hollows zu sehen, während andere Menschen nur die Schatten dieser Wesen erkennen können. Es stellt sich heraus, dass Abrahams „Jagdausflüge“ in Wahrheit die Jagd nach den Hollows waren, da er mit seiner Fähigkeit und seiner Ausbildung als Soldat als einer der wenigen dafür geeignet war.

Jacob erfährt auch, dass Emma und Abe früher ein Paar waren und Emma sehr enttäuscht wurde, als Abraham sie nie, wie versprochen, nach Amerika nachholte, sondern dort eine andere Frau kennenlernte.

Mittlerweile scheint sich Emma aber auch für Jacob zu interessieren, wobei dieser sich noch nicht ganz sicher ist, ob sie ihn seinetwegen mag oder weil er sie an seinen Großvater erinnert.

Als in der Gegenwart Martin, der Kurator des Museums auf Cairnholm, auf brutale Weise getötet wird und ein seltsamer, einsiedlerischer Vogelbeobachter auf der Insel auftaucht, der unter anderem zehn rohe Steaks im Pub bestellt, kommt im Waisenhaus die Vermutung auf, dass sich ein Hollow und ein Wight auf der Insel befinden könnten.

Etwa zur gleichen Zeit kommt Miss Avocet, eine andere Ymbryne, ins Waisenhaus und berichtet, dass Wights in ihre Zeitschleife eingedrungen sind, die Kinder als Köder genutzt und eingesperrt und eine andere Ymbryne (Name ???) entführt haben.

Um sicher festzustellen, ob Martin von einem Hollow getötet wurde, begeben sich Bronwyn, Emma, Jacob und Enoch in die Gegenwart zu seiner Leiche, die Enoch für kurze Zeit wiederbelebt. Gerade, als Martin von seinem Tod erzählt, werden sie von dem fremden Vogelbeobachter überrascht, der sich als Wight entpuppt und Jacob in den letzten Jahren in den verschiedensten Gestalten, unter anderem als Busfahrer, Gärtner und Dr. Golan, beobachtet und so den Standort der Kinder gefunden hat. Er will sie dem ihn begleitenden Hollow Malthus, opfern. Jacob gelingt es zwar, Malthus zu töten, währenddessen dringt Dr. Golan jedoch in das Waisenhaus ein und entführt Miss Peregrine und Miss Avocet.

In einem Kampf gelingt es den Kindern, Miss Peregrine zu befreien und Jacob schafft es, Dr. Golan zu erschießen. Miss Avocet wird jedoch von Dr. Golans Komplizen in einem U-Boot mitgenommen, außerdem wird Millard angeschossen. Vorher kann er noch in Erfahrung bringen, dass der Plan der Hollows und Wights daraus besteht, alle Ymbrynes zu entführen, um mit ihrer vereinten Kraft noch einmal den Versuch zu wagen, Unsterblichkeit zu erlangen.

Die angeschlagene Miss Peregrine kann sich nicht mehr zurückverwandeln und scheinbar wurde deswegen auch die Zeitschleife außer Betrieb gesetzt. Die Kinder beschließen die Insel zu verlassen und eine Ymbryne zu suchen, die Miss Peregrine helfen kann.

Vorher verabschiedet Jacob sich noch in der Gegenwart von seinem Vater, da die Zeitschleife sich schließen wird, wenn die Kinder sie verlassen, und er somit nicht so schnell nach Hause zurückkehren kann. In einem Brief erklärt er seinem Vater alles und Emma, Millard und Olive zeigen Franklin ihre Fähigkeiten, um ihn von den Geschichten seines Sohnes zu überzeugen. Schließlich hinterlässt Emma Franklin einen Brief mit einem Bild von ihr und Abraham und entschuldigt sich für den Liebesbrief, den sie vor Jahren Abraham geschrieben hat und den Jacobs Vater und seine Tante Suzie damals für den Beweis einer Affäre hielten.

Zurück im Jahr 1940 brechen die Kinder in drei Ruderbooten Richtung Festland auf.


Die besonderen Kinder

Bronwyn: ist genau wie ihr verstorbener Bruder Victor eine Berserkerin, also sehr stark
Claire: hat einen Mund am Hinterkopf
Enoch: kann das Leben anderer weitergeben, beispielsweise tote Menschen mithilfe von Tierherzen für kurze Zeit auferstehen lassen oder Tonsoldaten mit Mäuseherzen zum Leben erwecken
Emma: kann Flammen in ihrer Hand entstehen lassen
Fiona: kann Pflanzen wachsen und sich bewegen lassen
Horace: hat prophetische Träume
Hugh: Junge, in dem Bienen leben, die er bei Belieben aus seinem Mund fliegen und andere Leute stechen lassen kann.
Jacob: kann die Hollowgasts sehen
Millard: ist unsichtbar
Olive: schwebt, wenn sie nicht gerade mit ihren schweren Schuhen oder einem Seil am Boden gehalten wird

Kommentare:

  1. Millard und Olive sind falsch es war emma die schwebte

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    1. Nein, nur im Film wurden Olive und Emme getauscht. Dieser Text bezieht sich aber auf das Buch ;).
      Auch Millard ist korrekt und wird sowohl im Buch als auch im Film so dargestellt.

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  2. Ist Olive auch im Buch mit Enoch zusammen?

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    1. Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber im Buch war Olive noch ein Kind, also hatten sie eher keine romantische Beziehung. Ich müsste das aber nochmal nachlesen.

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